Jagd3

Jagd ist das Verfolgen, Erlegen oder Fangen von jagdbaren Tieren durch den Jäger. Im Mittelpunkt unseres Handelns steht also das Tier, und wenn es ein jagdbares Tier ist (§2 BJG), heißt es Wild.

  Für den Menschen der Altsteinzeit war das Wild die Hauptnahrungsquelle. Er hat seine Beute mit dem Instinkt eines Raubtieres gejagt und wusste über das biologisch-ökologische Verhalten der einzelnen Wildarten zwangsläufig viel besser Bescheid als wir heutigen Menschen. Für uns heutige Jäger bedeutet dies, dass wir uns mit dem Wild, das wir erbeuten wollen, sehr intensiv befassen müssen. Wir müssen uns über die Folgen dessen, was wir tun klar sein und uns immer wieder fragen, welche Auswirkungen ein derart massiver Eingriff, wie das Erlegen eines Wildes, auf die Natur hat.

  Eine Untersuchung des biologischen Volkswissens durch eine Europa-Kommission führte zu dem Ergebnis, dass von der jüngeren Generation – also bis zu einem Alter von 30 Jahren nur jeder 100. mehr als fünf wildwachsende Pflanzen und nur jeder 70. mehr als sieben einheimische Wald- und Feldtiere kennt. Der heutige Mensch versteht die Natur nur noch wenig und achtet sie demnach kaum mehr.

  Um das Wild hegen zu können, muss der Jäger den Lebensrhythmus der Tiere kennen. Wir finden gesellig lebende Tiere und solche, die einzeln leben. Manche Tiere, die im Sommer kaum gesellig leben, vereinigen sich im Winter zu sogenannten Notgemeinschaften zu Sprüngen und Rudeln. Bei den meisten Säugetieren unter unserem Wild besteht keine eheähnliche-, monogame Bindung. Tiere verständigen sich durch Lautäußerungen der verschiedensten Art wie: locken, schrecken, fiepen. Manche Tiere haben die Fähigkeit sich an die Veränderungen der Natur und die Wirtschaftsweise der Menschen anzupassen, andere vermögen das nicht und ziehen sich zurück.

Kein Tier lebt alleine für sich in seinem Lebensraum, es teilt ihn mit einer Anzahl von anderen Lebewesen tierischer und pflanzlicher Art. Die Beziehungen untereinander können abhängiger, feindlicher oder gleichgültiger Art sein.

  Alle versuchen sich durch gegenseitige Beeinflussung auf ein biologisches Gleichgewicht einzupendeln. Die Wissenschaft bezeichnet das Zusammenwirken von Lebensraum (Biotop) und Lebensgemeinschaft (Biozönose) als Ökosystem. Wird ein Baustein in diesem Gefüge verändert, kann es zum Zusammenbruch eines ganzen Ökosystems kommen.

 

 

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